Kaiser ruft nach

Ich war nicht so vermessen zu glauben, dass ich selbst mich und mein Leben verstand, aber immerhin kannte ich die Fakten. Und die Textsorte.

 

Kaspar Kaiser ist Fachmann für Geschichten, die tödlich enden. Er schreibt Nachrufe – als Beruf. Die Geschichte seines eigenen Lebens will er keinem Laien anvertrauen, auch nicht seinem angeblich besten Freund.

 

Klappenbroschur, 140 Seiten, 13.2 x 17.6 cm, CHF 28.– / EUR 23.–

ISBN 978-3-906061-17-7 (hier kaufen)

 

 

 

Die Lebenden kümmert allein das Leben und der Tod nur die Toten. Wäre da nicht der lebendige Nachruf auf die Verstorbenen. Und so gibt es auch einiges zu erzählen von diesem mit zweiunddreißig Jahren angeblich dahingegangenen Kaspar Kaiser, dem Protagonisten von Thomas Heimgartners »Nekrovelle«. Von Beruf war Kaspar selber emsiger Verfasser von Nekrologen, diesen vielgelesenen Lebensbeschreibungen von Verblichenen, deren Fehler darin zu großartigen Tugenden aufgestutzt werden. Sein Leben – vom großsprecherischen Einzelkind über den flatterhaften Studenten, dem früh die Eltern abhandenkommen, bis zum passiven Eigenbrötler in der Reuß-Stadt Luzern – ist reich an Geschichten. Mit einem gelungenen Salto nell’amore zu Sara und einem furiosen Salto mortale weg aus der Ehe geht es munter – »nekrovellistisch« eben – den Lebensfluss hinunter bis zu Kaspars vermeintlichem Ende im fernen Nepal. Thomas Heimgartners sprunghaft kühne wie amüsante Erzählweise läuft keineswegs auf üble Nachrede hinaus. Sie ergibt vielmehr einen geradezu idealen Leitfaden für zukünftige »Nekrologisten«: Man rücke nur einmal seinen eigenen Nachruf in die Zeitung, und schon hat man das nachhallende Lesevergnügen beim morgendlichen Kaffee.

 

Severin Perrig 

edition pudelundpinscher

Der Pudel genießt einen vorzüglichen, wenn auch nicht ganz schwefelarmen literarischen Ruf. Dem Pinscher wird wenig Rühmliches nachgesagt. Vor zehn Jahren hat er mit dem Pudel fusioniert, in der Hoffnung, in der Literatur ebenfalls Karriere zu machen. Mehr unter: www.pudelundpinscher.ch